Gefährliche Folgeerkrankungen von Depressionen

Wer von Depressionen betroffen ist, läuft Gefahr, Folgeerkrankungen unterschiedlichster Ausprägung zu entwickeln. Bei manchen Erkrankungen stellt sich allerdings die Frage: Was war zuerst? Denn bei einigen depressiven Personen resultieren die Depressionen aus einer Vorerkrankung.

Depressionen in Kombination mit anderen Erkrankungen können zu gefährlichen Situationen führen. So können Herzpatienten, die gleichzeitig unter Depressionen leiden, ein bis zu 50 Prozent erhöhtes Infarktrisiko erfahren. Patienten, die hieraus resultierend einen Herz- oder Schlaganfall erleiden, haben ein deutlich höheres Sterblichkeitsrisiko als Personen ohne Depressionen. Man geht davon aus, dass sich diese Risiken durch mehr Bewegung und Sport reduzieren könnten.

Übergewichtige Menschen besonders betroffen

Übergewichtige Menschen hadern nicht nur mit ihren Figurproblemen, sondern sie leiden besonders oft auch unter Depressionen. Bei Überwichtigen geht man davon aus, dass zuerst das Übergewicht kam und sich die Depressionen hinzugesellten. Dies gilt allerdings nicht für alle übergewichtigen Personen.

Dass Depressionen in Kombination mit Übergewicht häufiger auftreten als bei Personen mit Normalgewicht, zeigte sich in einer Studie des Center for Health Studies in Seattle.

Hier wurden über 4.000 Frauen zwischen 40 und 65 Jahren untersucht. Studienteilnehmerinnen mit einem Bodymaßindex unter 25 waren nur zu 6,5 Prozent von einer Depression betroffen. Bei einem BMI (Bodymaßindex) von über 35 wurde jedoch bei 26 Prozent der Teilnehmer eine mittlere oder schwere Depression diagnostiziert.

Übergewicht als Folge von Antidepressiva

Allerdings kann Übergewicht auch aus den Depressionen heraus entstehen. Denn häufig führen Antidepressiva zu einem vermehrten Hungergefühl, sodass manche Patienten deutlich an Gewicht zulegen, ohne dass sie tatsächlich ihre Nahrungsmenge steigern.

Alkoholabhängigkeit

Wer unter Depressionen leidet, trägt ein zwei- bis dreifaches Risiko, alkoholabhängig zu werden. Besonders depressive Frauen sind gefährdet ein Alkoholproblem zu entwickeln.

Bei Alkoholikern ist es oft schwierig, festzustellen, was zuerst auftrat: die Depression oder die Alkoholabhängigkeit. Bis zu 60 Prozent der Alkoholiker leiden unter Depressionen. Die Suizidgefährdung in dieser Personengruppe ist besonders stark ausgeprägt.

Isolation von der Außenwelt

Je länger eine Depression anhält, umso mehr läuft man Gefahr, sich sozial zurückzuziehen und am Ende sehr isoliert zu sein, was häufig zu einer Verstärkung der Depressionen führt.

Die Depression führt oft dazu, dass die Betroffenen vor lauter Erschöpfung und Kraftlosigkeit kaum noch soziale Kontakte pflegen können. Spätestens wenn man aufgrund der Depressionen auch noch den Arbeitsplatz verliert, ist die Gefahr der Vereinsamung riesig groß.

Auch zuvor aktive Menschen ziehen sich zurück

Sind es anfangs nur vereinzelte Absagen von Einladungen und Verabredungen, so häufen sich diese mit dem Fortschreiten der Erkrankung. Auch Menschen, die vor der Erkrankung sehr aktiv waren, auf jede Party gingen und ein intensives Vereinsleben betrieben, sind von diesem sozialen Rückzug betroffen. Der soziale Rückzug hat rein gar nichts damit zu tun, ob man bereits vor der Erkrankung zurückgezogen gelebt hat oder sehr aktive Kontakte pflegte.

Anfangs sind es vermeintliche Ausreden wie „man fühlt sich nicht wohl“, „man hat keine Energie und ist erschöpft“, mit denen man sich von seinen Verabredungen fernhält.

Wird dieses Verhalten anfangs noch toleriert nach dem Motto „das kann ja mal vorkommen“, wird jedes weitere Fernbleiben zunehmend mit Missachtung und Unverständnis abgestraft. Unfairerweise wird dieses Fernbleiben als Desinteresse interpretiert mit der Gefahr, dass die totale soziale Vereinsamung ihren Lauf nimmt.

Gemeinsamer Sport und Bewegung

Sport ist eine sinnvolle Maßnahme, Depressionen positiv zu beeinflussen. Wer es kräftemäßig bewältigen kann, sollte daher eine Mannschaftsportart in Erwägung ziehen wie z. B. Volleyball, Fußball, Tennis oder Wander- und Laufgruppen. Denn so bietet sich zugleich eine gute Möglichkeit, zusätzliche soziale Kontakte aufzubauen.